Wenn aus den Kleinen Große werden – Ein persönliches Statement

Heute mal ein kleiner Eintrag – nicht über uns Lesepaten, sondern über unsere „Kinder“. Insbesondere über unsere Jüngsten. Wir würden gerne unsere Eindrücke bezüglich der Entwicklung der Kleinen Revue passieren lassen:

Dies ist unser zweites Lehrjahr, was sich fast dem Ende neigt und somit auch unser zweites Jahr mit den Lesepatenkindern. Es ist für einige von uns, so auch von mir, das zweite Jahr mit Erstklässlern. Ich finde es wahnsinnig spannend, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie sich an die große Welt der Buchstaben herantasten und immer mehr lesen lernen. Am Anfang ist es ein reines Raten und nun, zum Ende des Schuljahres hin, können sie nicht nur einzelne Wörter mit ihren Buchstabenkarten legen, sondern lesen selbstständig Texte und können uns etwas vortragen. Man merkt, wie stolz die Kinder sind, wenn sie ihre „Lies-mal“-Hefte bearbeiten und freuen sich über jeden Eintrag darin – insbesondere, wenn sie selber etwas vorlesen konnten.

Für die Kinder sind unsere wöchentlichen Besuche eine Bereicherung des normalen Unterrichts, da sie das Gelernte anders anwenden können und so fast spielerisch ihr neues Wissen nutzen, ohne es zu merken. Und nichts ist schöner, als anderen zeigen zu können, was man denn schon alles kann und wieviel man doch schon gelernt hat.

Da wir, aufgrund des Blockunterrichts, nicht jede Woche bei den Lesepatenkindern sein können, merkt man nach einigen Wochen des Fernbleibens die fast schon sprunghaften Entwicklungen, die die Kinder in unserer Abwesenheitszeit vollzogen haben.

Ich bin jetzt schon gespannt, was nächstes Jahr für tolle Kinder eingeschult werden. Ich wünsche meinen jetztigen Lesepatenkindern viel Spaß mit ihren neuen Lesepaten und dass sie weiterhin so viel Spaß in der Bücherwelt haben.

wie es endet.

Drei Jahre sind vergangen, doch für viele von uns fühlt es sich viel kürzer an. Drei Jahre Ausbildung für uns, drei Jahre Schule für unsere Lesepaten. Wir saßen quasi alle im selben Boot – drei Jahre lernen in stickigen Klassenzimmern mit staubigen Büchern.

Also haben wir uns, über diese drei Jahre, immer wieder zusammengesetzt, um die Bücher zu entstauben. Sie in die Hand zu nehmen und gemeinsam zu lesen. Vielleicht haben wir es sogar geschafft, in dem ein oder anderen Kind die Liebe zu solch erquickendem Hobbie zu wecken.

Anfangs stockend, manchmal unwillig tasteten sich unsere Schützlinge an dieses langsam altmodische Medium heran, welches zumindest für uns noch Dreh- und Angelpunkt der Arbeit (und meist auch der Freizeit) ist. Und woran man selbst sich erfreut, das will man auch teilen, oder nicht?

Ich denke, wir können mit Stolz behaupten, dass wir zumindest dem ein oder anderen Kind weitergeben konnten, was uns so fasziniert. Manchmal war es harte Arbeit, manchmal mussten wir gegen jugendliches Ungestüm anrennen, und manchmal war es schwer, sich als Lesehelfer statt als Vorleser zu fühlen. Alles in allem waren es drei Jahre voller neuer Erfahrungen, und einen guten Teil davon haben wir in der Arbeit mit den Kindern der Mercator-Schule gemacht – weder zu unserem noch zu ihrem Schaden, möchte man behaupten.

Wir werden sicher mit einem guten Gefühl auf diese Tage zurückblicken, und hoffen dass auch die Kinder uns in guter Erinnerung halten werden.

Wir wollen uns herzlich bedanken bei allen, die uns diese Erfahrungen und Erinnerungen ermöglicht haben – vor allem bei Fr. Zick, die uns begleitet und unterstützt hat. Wir hoffen, dass wir etwas Bedeutungsvolles hinterlassen, das vielleicht ein paar Kinder sich an uns und unsere Liebe zum geschriebenen Wort erinnern.

Abschließend wollen wir natürlich auch unsere Nachfolger motivieren, auf diesem Weg weiterzugehen. Nehmt euch die Zeit, ihr werdet es nicht bereuen!

 

 


 

Liebe Lesepatenkinder,

 

Unsere gemeinsame Lesereise dauert nun schon fast drei Jahre. Wir haben gemeinsam im Jahr 2013 gestartet und Ihr habt uns damals sehr schnell und herzlich als Eure neuen Lesepaten aufgenommen.

Seither haben wir zusammen gelesen, gespielt und Ihr habt euch gemeinsam beim Lesen verbessert. Inzwischen habt Ihr beim Lesen große Schritte gemacht und viel dazu gelernt. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, Euch dabei zu zuschauen und Euch bei Eurer Entwicklung zu begleiten.

Unsere gemeinsame Zeit endet nun leider, und deshalb möchten wir uns heute von Euch verabschieden. Wir hoffen, dass Ihr mit uns genauso viel Spaß hattet, wie wir mit Euch.

Wir wünschen Euch für Eure Zukunft ganz viel Glück und hoffen, dass Ihr die Freude am Lesen nicht verliert und weiterhin Spaß daran habt!

 

Eure Lesepaten der MI 132

Die Bürgerstiftung Berlin bei den Lesepaten

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Am 15.04.2016 besuchte uns Frau Natascha Salehi-Shahnian und begleitete uns zum Lesepatenprojekt an der Mercator-Grundschule. Die Gestaltung und Umsetzung dieses Projektes faszinierten sie.

Anschließend berichtete sie über ihre Person und die Bürgestiftung in Berlin:

Die Bürgerstiftung Berlin ist eine gemeinnützige Stiftung und wurde 1999 von Berliner Bürgern gegründet. Ihre Hauptbetätigung ist es, sich mit unterschiedlichen Projekten für Kinder und Jugendliche einzusetzen. Eines der ersten Projekte war die Reintegration von schulverweigernden Kindern.

Der Fokus liegt vor allem auf Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien und Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Derzeitige Projekte sind die Hausaufgabenbetreuung, der Integrative Familiensport, Kleebergs Kräutergärten für Berliner Schulen, LeseLust, Spielen Lernen, Tomatenparade, Umwelt-Detektive, Zauberhafte Physik und das Zweisprachige Bilderbuchkino.

Motiviert durch den informativen Gesprächsaustausch mit Natascha Salehi-Shahnian, haben sich inzwischen viele aus unserer Klasse als Ehrenamtliche bei der Bürgerstiftung angemeldet.

Hier gehts zur Bürgerstiftung Berlin

Märchenstunde

Am 14. April nahm die Klasse MI502 an einer Weiterbildung zum Thema „Märchen in der Leseförderung“ teil. Diese Weiterbildung wurde von der „Bürgerstiftung Berlin“ finanziert.

Die Lesepaten lernten viele spannende, neue Dinge über die Welt der Märchen und über das Vorlesen. Dabei erinnerten sich viele an ihre Kindheit und die damit verbunden Gefühle, diese waren sehr unterschiedlich, von Romantik bis hin zur verstörenden Brutalität.

„Warum können Märchen Kinder stark machen?“ war eine der wichtigsten Fragen des Seminares. Das Wissen, dass die Guten am Ende der Geschichte über das Böse triumphieren, stärkt das Urvertrauen der Kinder enorm. Märchen lehren, dass es sich immer lohnt nach Lösungen oder Hilfe zu suchen. Die Kinder identifizieren sich mit den mutigen, klugen und starken Helden der Märchen und wollen meist genauso sein, trotzdem macht es nichts wenn sie sich als den Schwachen, Unscheinbaren oder Dummen sehen, denn diese Art von Held kann es doch zu etwas Großem bringen.

Die Klasse lernte natürlich nicht nur, sie hatte auch Spaß beim Lesen, Vorlesen und Rätseln.

Das Seminar war eine gute Vorbereitung für den nächsten Lesepatentag.

Es war der 15. Januar 2016

Die Lesepaten trafen nach langen zwei Monaten der Abwesenheit endlich ihre „Kinder“ wieder. Trotz der Pause haben sich die Erst- bis Drittklässler sofort freudig auf ihre Lesepaten gestürzt. Diese halbe Stunde, in der gelesen, gelacht und gespielt wurde, war eine gefundene Ablenkung zum Schulalltag, für die Kinder aber auch für die Lesepaten.

„Bewaffnet“ mit Büchern und Spielen, breiteten sie sich in den Räumen und Fluren der Schule und der lauschigen Bibliothek aus. Auch wenn die Lesepaten ihre Schützlinge eine Zeit lang nicht gesehen haben, bemerkten sie doch enorme Fortschritte.