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Die neuen Lesepaten sind da!

Verpixelt, keine Bilderlaubniss, Stuhlkreis

Passend zum bundesweiten Vorlesetag, am 17. November 2017, gingen die neuen Lesepaten zum ersten Mal in die Mercator-Grundschule, um ihre neuen Schützlinge kennen zu lernen.

Zum Anfang des Treffens fanden sich alle im Klassenzimmer ein und bildeten einen Stuhlkreis mit kleiner Vorstellungsrunde. Jeder sollte erzählen, was er am liebsten mag.

Dabei ergab sich eine bunte Mischung an Interessen. Einige der Kinder mochten es Obst zu essen, mit Freunden Fußball zu spielen, schwimmen und shoppen zu gehen und einige mochten auch ihre Haustiere und Autos.

Danach suchten sich die Schüler ihre Lesepaten aus. Uns wurde eine große Sammlung von Lernmaterial für die Erstklässler geboten, da es mit dem Lesen noch nicht so klappte. Bisher hatten sie die vier Buchstaben: L,M,O,A gelernt.

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Erster Eindruck!

Auf dem Weg zurück zur Berufsschule haben sich die Lesepaten rege über ihre ersten Eindrücke unterhalten.

Viele der Kinder waren sehr offen und haben sich riesig über die Möglichkeit gefreut mit den Lesepaten zu lernen. Sie haben ihre Aufgaben hochmotiviert und selbstständig erledigt.

Jedoch gab es auch Erstklässler, die eher zurückgezogen waren und noch  nicht so viel Lust auf das Lesenlernen hatten.

Das kriegen wir aber noch hin! 😉

Eure MI 702

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Lesepate sein – „Ein Job für Wittilda“?

Am Freitag, den 06.10.2017 fanden sich 17 Schülerinnen und Schüler der Mercator-Grundschule in Begleitung ihrer beiden Lehrkräfte im OSZ Louise Schroeder zum Bilderbuchkino ein. Ebenfalls zu Gast, und gleichzeitig federführend als Präsentator, war Herr Neumann von der Berliner Bürgerstiftung. Herr Neumann führte die Kinder durch das Bilderbuch „Ein Job für Wittilda“. Zu den detailreichen Bildern gab es viel zu fragen, viel zu entdecken und, vor allem von Seiten der Kinder, viel zu erzählen. Wie praktisch, da zu den Prinzipien des Bilderbuchkinos die Aktivierung und Motivation der Kinder sowie die Erweiterung ihres Wortschatzes gehören. Somit konnten die neuen ABC-Schützen, die erst seit kurzer Zeit die erste Klasse besuchen, beweisen, wie sehr sie einer Geschichte aufmerksam folgen können und mit wieviel Fantasie sie die Handlung noch weiter ausschmücken und weitererzählen konnten. Obwohl das Bilderbuchkino keine blinkenden Animationen oder lustige Geräusche hatte, waren die Kinder voll bei der Sache und hatten viel Spaß.

Anschließend erklärte uns Herr Neumann sein Konzept in Bezug auf das Bilderbuchkino, und es stellte sich schnell heraus, wie intensiv man sich mit der Moderation und dem Inhalt des Bilderbuches vertraut machen muss. Der Moderator selber muss dabei in den Hintergrund treten und die Kinder selber die Geschichte erzählen oder deuten lassen. Dafür eignet sich nicht jedes Bilderbuch: Es muss eines sein, in dem die Bilder ganz für sich sprechen und die Geschichte ohne Text oder andere Hilfsmittel transportiert wird. Ziel soll nämlich nicht sein, dass die Kinder das Bilderbuch einfach nur „aushalten“ und erzählt bekommen, sondern die Inhalte selber steuern, erzählen und daran wachsen: Durch Sprechanlässe und eigene Formulierungen sollen sie darin bestärkt werden, ihre Ideen und Ansichten kund zu tun, dabei ihr Selbstvertrauen weiterzuentwickeln und ihren Wortschatz weiter auszubauen. Wichtig für die Moderatoren ist auch, vor Durchführung eines Bilderbuchkinos die Rechte mit den Verlagen abzuklären: Denn die schönsten und bestgeeignetsten Bilderbücher sind manchmal nicht in digitaler Fassung erhältlich…

Wir danken Herrn Neumann für die einmalige Gelegenheit, sowohl an einem Bilderbuchkino als auch an einer von ihm durchgeführten Fortbildung zum gleichen Thema teilnehmen gekonnt zu haben!

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Welchen Bezug haben die Kinder eigentlich zum Lesen?

Unsere Lesepaten haben den Kindern einige Fragen gestellt um genau das herauszufinden. So haben sie geantwortet.

Unsere erste Frage war: „Was ist deine Lieblingsgeschichte und was gefällt dir besonders gut daran?“

Ein Kind hat gesagt, dass es „Romeo & Julia“ mag, weil es so viele Reime hat. Ein anderes mochte die Geschichte „die Eiskönigin“, besonders die Rettung Elsas durch Anna und Christoph. Ein Kind mochte die Geschichte des Spiels „GTA 5“, wegen der Gewalt und den Schimpfworten. Pippi Langstrumpf ist die Lieblingsgeschichte eines anderen Kindes, weil sie so stark ist und einen tollen Affen hat. Klassische Märchen wie „Schneewittchen“ und „Aschenputtel“ erfreuen sich immernoch großer Beliebtheit. Aber auch die Reihe „das magische Baumhaus“ wurde genannt.

Und jetzt mal was Trockenes …

Danach wollten wir wissen, wie viele von den Kinder schon einmal in einer Bibliothek waren und was sie dort gemacht haben.

11 der 15 der befragten Kinder waren schon einmal in einer Bibliothek. Einige wärend eines Klassenausfluges, andere mit der Familie. Dort haben sie sich Bücher, CDs, Mangas und Hörbücher angesehen und ausgeliehen.

Zudem wollten wir wissen, ob die Kinder auch zu Hause alleine lesen.

12 der 15 Kinder haben gesagt, das sie das tun. Einige lesen auch zusammen mit Eltern oder Geschwistern.

Als letztes wollten wir wissen, ob ihnen zu Hause auch vorgelesen wird.

Antworten: Nur 7 der Kinder wird von den Eltern vorgelesen, 3 weiteren von den Geschwistern. 5 Kindern wird gar nicht vorgelesen, obwohl zumindest eines von ihnen das sehr gern hätte.

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Bilderbuchkino vom Sommer 2016 ☼

Wie auch die Klasse MI 402 nahmen wir ebenfalls an einer Fortbildung zum Thema Bilderbuchkino bei Herrn Neumann von der Bürgerstiftung Berlin teil. Hier sind unsere Eindrücke dazu:

Zuerst stellte Herr Neumann den Kindern Fragen zum letzten Bilderbuchkino, dass er bei ihnen vorgeführt hatte, nämlich „Rosi in der Geisterbahn“. Bemerkenswert war, dass die Kinder sich sowohl an viele Details, wie Autor und Titel, als auch an die Handlung der Geschichte sehr gut erinnern konnten.

Dann ging es auch schon mit dem Bilderbuchkino „Zwei Schwestern bekommen Besuch“ los. Die eingescannten Bilderbuchseiten enthielten bis auf das Cover keine Schrift, damit sich die Kinder ganz auf das Bild konzentrieren konnten.

Die Kinder wurden dazu aufgefordert, zu beschreiben, was sie auf den einzelnen Seiten sahen. Die generell lockere Atmosphäre hat durchaus auch gehemmtere Schüler und Schülerinnen zum Mitmachen animiert.

Als nächstes wurde versucht von der Beschreibung der Bilder zur Handlung der Geschichte zu kommen. Zwischendurch wurden die Kinder auch zur zukünftigen Handlung der Geschichte befragt, also „Was denkt ihr, was jetzt als nächstes passiert?“

Zum Schluss durften die Kinder noch ein Resümee zu der Geschichte ziehen, erzählen, was sie gut fanden, was sie blöd fanden, ob sie so etwas auch schon einmal selbst erlebt hatten.

Ziele des Bilderbuchkinos:

  • Kinder miteinbeziehen und selber reden lassen
  • vollständige Sätze und Grammatik fordern/fördern
  • Wortschatz, Allgemeinwissen erweitern und Sprachentwicklung fördern
  • Spaß haben!
  • Interesse an Büchern steigern
  • Reflektieren/Mitdenken/Kreativität fördern
  • Selbstbewusstsein stärken (Kinder dürfen sagen, was sie denken, es gibt kein Falsch)
  • Mut, vor einer großen Gruppe zu sprechen und verbindendes Gemeinschaftsgefühl erleben
  • Bildbetrachtung (lernen, auch auf Details zu achten – daher sehr wichtig, dass die Bildqualität sehr gut ist)

Einstellung Erzähler-Kinder (dies ist das Wichtigste überhaupt für das Gelingen des Bilderbuchkinos!):

  • aufgeschlossen sein, Kinder ernst nehmen, nicht über sie lachen
  • sich in die Kinder hineinversetzen können/wollen
  • Gleichberechtigung: Jeder kann von jedem lernen (auch Erwachsener kann vom Kind lernen) auf einer Ebene mit den Kindern sein
  • Kinder, die nicht sprechen wollen, ohne „peinliche Szenen“ zum Sprechen ermuntern und motivieren

Auswahl des Buches:

  • Geschichten, die sich nur über die Bilder erzählen/erschließen lassen
  • Verlauf der Geschichte muss aus den Bildern klar und deutlich hervor gehen
  • Kinder, die bessere/schlechtere Sprachkenntnisse haben bzw. besser/schlechter lesen können, können so gleichberechtigt teilhaben
  • Held, mit dem man sich identifizieren kann
  • Konflikt/Problem erzeugt Spannung
  • Lösung
  • keine Bücher mit didaktischem Hintergrund (z.B. zum Zähneputzen lernen)
  • mittlerweile gibt es eine von der Bürgerstiftung Berlin erstellte Liste mit ca. 70-80 geeigneten Büchern
  • „Traum“ wäre, wenn es ein einheitliches Sigel für Bücher gäbe, die für das Bilderbuchkino geeignet sind

Fazit:
Das Bilderbuchkino ist ein so tolles Projekt, dass es eigentlich von vielen anderen Stiftungen angeboten werden sollte, aber die Exklusivität bringt der Bürgerstiftung Berlin viele Spenden ein.

Vielen Dank an unsere Klassenkameradin Nathalie, die diesen Text geschrieben hat 😀

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Interview mit der Projektbetreuerin Frau Zick

Seit wann sind Sie in diesem Projekt?

Seit ungefähr zehn Jahren.

Wie ist das „Lesepatenprojekt“ zustande gekommen?

Das geschah auf Anregung unserer Fachbereichleiterin Frau Kleinschmitt, die es schon einige Jahre vorher in ihren Klassen durchgeführt hat.

Wie hat es sich über die Jahre entwickelt?

Es gibt inzwischen eine Kontinuität in meinen Klassen. Zu Anfang waren die Klassen noch nicht in einer festen Grundschule, sondern es gab Wechsel. Auch die Klassenleitung hat zwischendurch gewechselt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Was war Ihr positivstes Erlebnis und was war Ihr negativstes Erlebnis während des Projekts?

Es ist schwierig, mich nur auf ein Ergebnis zu beschränken! Es ist immer wieder schön, zu sehen, was für tolle „Lese-Beziehungen“ sich zwischen den Kindern und den FaMIs entwickeln. Außerdem freuen mich das Engagement und die Eigeninitiative, welche die FaMIs bei der Organisation von Veranstaltungen für die Kinder an den Tag legen. Ein weiterer positiver Faktor sind für mich auch die sehr guten Fortbildungen, die für Lesepaten angeboten werden, wie z.B. zum Bilderbuchkino.

Der einzig negative Aspekt, der mir einfällt ist, dass leider manchmal Kinder aggressiv oder sogar gewalttätig sind – das ist allerdings nicht die Regel.

Was erhoffen Sie sich in der Zukunft von diesem Projekt?

Dass es so positiv weiterläuft!

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Lesepaten: the Next Generation

Eine kurze Vorstellung wäre vielleicht angebracht. Wir sind die Klasse MI 602 und befinden uns in unserem 1. Ausbildungsjahr. Wir sind am 11.11.2016 mit großer Neugierde in das Lesepatenprojekt eingestiegen. Ein Teil der Klasse hat sich sehr schnell mit der Idee angefreundet mit Kindern das Lesen zu üben, während ein anderer Teil sich eher zur Dokumentation hingezogen fühlte.

Das Projekt startete etwas holprig, da der Großteil der Lesepaten wegen Störungen im Betriebsablauf der S-Bahn (verdächtige Piñata in der S 25) zu spät und in Kleinstgrüppchen den Weg in die Schule fand. Eine Woche später ging das Programm dann planmäßig mit einer kompletten Vorstellungsrunde los.

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Zuerst stellten sich die Kinder nacheinander mit Namen, Alter, Klasse und Hobbys vor und suchten sich dann ihre Lesepaten aus. Manche stürmten zielstrebig auf ihre Wunschpaten zu, während sich andere noch etwas zurückhielten. Letztendlich haben sich dann aber doch alle gefunden und es sich, je nach Temperament, im Klassenraum oder der Schulbibliothek gemütlich gemacht.

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Wir sind jetzt in unserem 2. Schulblock und der 3. Woche unseres Lesepatenprojekts und sind gespannt darauf, was uns sonst noch erwartet.

 

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Wenn aus den Kleinen Große werden – Ein persönliches Statement

Heute mal ein kleiner Eintrag – nicht über uns Lesepaten, sondern über unsere „Kinder“. Insbesondere über unsere Jüngsten. Wir würden gerne unsere Eindrücke bezüglich der Entwicklung der Kleinen Revue passieren lassen:

Dies ist unser zweites Lehrjahr, was sich fast dem Ende neigt und somit auch unser zweites Jahr mit den Lesepatenkindern. Es ist für einige von uns, so auch von mir, das zweite Jahr mit Erstklässlern. Ich finde es wahnsinnig spannend, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie sich an die große Welt der Buchstaben herantasten und immer mehr lesen lernen. Am Anfang ist es ein reines Raten und nun, zum Ende des Schuljahres hin, können sie nicht nur einzelne Wörter mit ihren Buchstabenkarten legen, sondern lesen selbstständig Texte und können uns etwas vortragen. Man merkt, wie stolz die Kinder sind, wenn sie ihre „Lies-mal“-Hefte bearbeiten und freuen sich über jeden Eintrag darin – insbesondere, wenn sie selber etwas vorlesen konnten.

Für die Kinder sind unsere wöchentlichen Besuche eine Bereicherung des normalen Unterrichts, da sie das Gelernte anders anwenden können und so fast spielerisch ihr neues Wissen nutzen, ohne es zu merken. Und nichts ist schöner, als anderen zeigen zu können, was man denn schon alles kann und wieviel man doch schon gelernt hat.

Da wir, aufgrund des Blockunterrichts, nicht jede Woche bei den Lesepatenkindern sein können, merkt man nach einigen Wochen des Fernbleibens die fast schon sprunghaften Entwicklungen, die die Kinder in unserer Abwesenheitszeit vollzogen haben.

Ich bin jetzt schon gespannt, was nächstes Jahr für tolle Kinder eingeschult werden. Ich wünsche meinen jetztigen Lesepatenkindern viel Spaß mit ihren neuen Lesepaten und dass sie weiterhin so viel Spaß in der Bücherwelt haben.