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Welchen Bezug haben die Kinder eigentlich zum Lesen?

Unsere Lesepaten haben den Kindern einige Fragen gestellt um genau das herauszufinden. So haben sie geantwortet.

Unsere erste Frage war: „Was ist deine Lieblingsgeschichte und was gefällt dir besonders gut daran?“

Ein Kind hat gesagt, dass es „Romeo & Julia“ mag, weil es so viele Reime hat. Ein anderes mochte die Geschichte „die Eiskönigin“, besonders die Rettung Elsas durch Anna und Christoph. Ein Kind mochte die Geschichte des Spiels „GTA 5“, wegen der Gewalt und den Schimpfworten. Pippi Langstrumpf ist die Lieblingsgeschichte eines anderen Kindes, weil sie so stark ist und einen tollen Affen hat. Klassische Märchen wie „Schneewittchen“ und „Aschenputtel“ erfreuen sich immernoch großer Beliebtheit. Aber auch die Reihe „das magische Baumhaus“ wurde genannt.

Und jetzt mal was Trockenes …

Danach wollten wir wissen, wie viele von den Kinder schon einmal in einer Bibliothek waren und was sie dort gemacht haben.

11 der 15 der befragten Kinder waren schon einmal in einer Bibliothek. Einige wärend eines Klassenausfluges, andere mit der Familie. Dort haben sie sich Bücher, CDs, Mangas und Hörbücher angesehen und ausgeliehen.

Zudem wollten wir wissen, ob die Kinder auch zu Hause alleine lesen.

12 der 15 Kinder haben gesagt, das sie das tun. Einige lesen auch zusammen mit Eltern oder Geschwistern.

Als letztes wollten wir wissen, ob ihnen zu Hause auch vorgelesen wird.

Antworten: Nur 7 der Kinder wird von den Eltern vorgelesen, 3 weiteren von den Geschwistern. 5 Kindern wird gar nicht vorgelesen, obwohl zumindest eines von ihnen das sehr gern hätte.

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Bilderbuchkino vom Sommer 2016 ☼

Wie auch die Klasse MI 402 nahmen wir ebenfalls an einer Fortbildung zum Thema Bilderbuchkino bei Herrn Neumann von der Bürgerstiftung Berlin teil. Hier sind unsere Eindrücke dazu:

Zuerst stellte Herr Neumann den Kindern Fragen zum letzten Bilderbuchkino, dass er bei ihnen vorgeführt hatte, nämlich „Rosi in der Geisterbahn“. Bemerkenswert war, dass die Kinder sich sowohl an viele Details, wie Autor und Titel, als auch an die Handlung der Geschichte sehr gut erinnern konnten.

Dann ging es auch schon mit dem Bilderbuchkino „Zwei Schwestern bekommen Besuch“ los. Die eingescannten Bilderbuchseiten enthielten bis auf das Cover keine Schrift, damit sich die Kinder ganz auf das Bild konzentrieren konnten.

Die Kinder wurden dazu aufgefordert, zu beschreiben, was sie auf den einzelnen Seiten sahen. Die generell lockere Atmosphäre hat durchaus auch gehemmtere Schüler und Schülerinnen zum Mitmachen animiert.

Als nächstes wurde versucht von der Beschreibung der Bilder zur Handlung der Geschichte zu kommen. Zwischendurch wurden die Kinder auch zur zukünftigen Handlung der Geschichte befragt, also „Was denkt ihr, was jetzt als nächstes passiert?“

Zum Schluss durften die Kinder noch ein Resümee zu der Geschichte ziehen, erzählen, was sie gut fanden, was sie blöd fanden, ob sie so etwas auch schon einmal selbst erlebt hatten.

Ziele des Bilderbuchkinos:

  • Kinder miteinbeziehen und selber reden lassen
  • vollständige Sätze und Grammatik fordern/fördern
  • Wortschatz, Allgemeinwissen erweitern und Sprachentwicklung fördern
  • Spaß haben!
  • Interesse an Büchern steigern
  • Reflektieren/Mitdenken/Kreativität fördern
  • Selbstbewusstsein stärken (Kinder dürfen sagen, was sie denken, es gibt kein Falsch)
  • Mut, vor einer großen Gruppe zu sprechen und verbindendes Gemeinschaftsgefühl erleben
  • Bildbetrachtung (lernen, auch auf Details zu achten – daher sehr wichtig, dass die Bildqualität sehr gut ist)

Einstellung Erzähler-Kinder (dies ist das Wichtigste überhaupt für das Gelingen des Bilderbuchkinos!):

  • aufgeschlossen sein, Kinder ernst nehmen, nicht über sie lachen
  • sich in die Kinder hineinversetzen können/wollen
  • Gleichberechtigung: Jeder kann von jedem lernen (auch Erwachsener kann vom Kind lernen) auf einer Ebene mit den Kindern sein
  • Kinder, die nicht sprechen wollen, ohne „peinliche Szenen“ zum Sprechen ermuntern und motivieren

Auswahl des Buches:

  • Geschichten, die sich nur über die Bilder erzählen/erschließen lassen
  • Verlauf der Geschichte muss aus den Bildern klar und deutlich hervor gehen
  • Kinder, die bessere/schlechtere Sprachkenntnisse haben bzw. besser/schlechter lesen können, können so gleichberechtigt teilhaben
  • Held, mit dem man sich identifizieren kann
  • Konflikt/Problem erzeugt Spannung
  • Lösung
  • keine Bücher mit didaktischem Hintergrund (z.B. zum Zähneputzen lernen)
  • mittlerweile gibt es eine von der Bürgerstiftung Berlin erstellte Liste mit ca. 70-80 geeigneten Büchern
  • „Traum“ wäre, wenn es ein einheitliches Sigel für Bücher gäbe, die für das Bilderbuchkino geeignet sind

Fazit:
Das Bilderbuchkino ist ein so tolles Projekt, dass es eigentlich von vielen anderen Stiftungen angeboten werden sollte, aber die Exklusivität bringt der Bürgerstiftung Berlin viele Spenden ein.

Vielen Dank an unsere Klassenkameradin Nathalie, die diesen Text geschrieben hat 😀

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Interview mit der Projektbetreuerin Frau Zick

Seit wann sind Sie in diesem Projekt?

Seit ungefähr zehn Jahren.

Wie ist das „Lesepatenprojekt“ zustande gekommen?

Das geschah auf Anregung unserer Fachbereichleiterin Frau Kleinschmitt, die es schon einige Jahre vorher in ihren Klassen durchgeführt hat.

Wie hat es sich über die Jahre entwickelt?

Es gibt inzwischen eine Kontinuität in meinen Klassen. Zu Anfang waren die Klassen noch nicht in einer festen Grundschule, sondern es gab Wechsel. Auch die Klassenleitung hat zwischendurch gewechselt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Was war Ihr positivstes Erlebnis und was war Ihr negativstes Erlebnis während des Projekts?

Es ist schwierig, mich nur auf ein Ergebnis zu beschränken! Es ist immer wieder schön, zu sehen, was für tolle „Lese-Beziehungen“ sich zwischen den Kindern und den FaMIs entwickeln. Außerdem freuen mich das Engagement und die Eigeninitiative, welche die FaMIs bei der Organisation von Veranstaltungen für die Kinder an den Tag legen. Ein weiterer positiver Faktor sind für mich auch die sehr guten Fortbildungen, die für Lesepaten angeboten werden, wie z.B. zum Bilderbuchkino.

Der einzig negative Aspekt, der mir einfällt ist, dass leider manchmal Kinder aggressiv oder sogar gewalttätig sind – das ist allerdings nicht die Regel.

Was erhoffen Sie sich in der Zukunft von diesem Projekt?

Dass es so positiv weiterläuft!

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Lesepaten: the Next Generation

Eine kurze Vorstellung wäre vielleicht angebracht. Wir sind die Klasse MI 602 und befinden uns in unserem 1. Ausbildungsjahr. Wir sind am 11.11.2016 mit großer Neugierde in das Lesepatenprojekt eingestiegen. Ein Teil der Klasse hat sich sehr schnell mit der Idee angefreundet mit Kindern das Lesen zu üben, während ein anderer Teil sich eher zur Dokumentation hingezogen fühlte.

Das Projekt startete etwas holprig, da der Großteil der Lesepaten wegen Störungen im Betriebsablauf der S-Bahn (verdächtige Piñata in der S 25) zu spät und in Kleinstgrüppchen den Weg in die Schule fand. Eine Woche später ging das Programm dann planmäßig mit einer kompletten Vorstellungsrunde los.

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Zuerst stellten sich die Kinder nacheinander mit Namen, Alter, Klasse und Hobbys vor und suchten sich dann ihre Lesepaten aus. Manche stürmten zielstrebig auf ihre Wunschpaten zu, während sich andere noch etwas zurückhielten. Letztendlich haben sich dann aber doch alle gefunden und es sich, je nach Temperament, im Klassenraum oder der Schulbibliothek gemütlich gemacht.

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Wir sind jetzt in unserem 2. Schulblock und der 3. Woche unseres Lesepatenprojekts und sind gespannt darauf, was uns sonst noch erwartet.

 

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Wenn aus den Kleinen Große werden – Ein persönliches Statement

Heute mal ein kleiner Eintrag – nicht über uns Lesepaten, sondern über unsere „Kinder“. Insbesondere über unsere Jüngsten. Wir würden gerne unsere Eindrücke bezüglich der Entwicklung der Kleinen Revue passieren lassen:

Dies ist unser zweites Lehrjahr, was sich fast dem Ende neigt und somit auch unser zweites Jahr mit den Lesepatenkindern. Es ist für einige von uns, so auch von mir, das zweite Jahr mit Erstklässlern. Ich finde es wahnsinnig spannend, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie sich an die große Welt der Buchstaben herantasten und immer mehr lesen lernen. Am Anfang ist es ein reines Raten und nun, zum Ende des Schuljahres hin, können sie nicht nur einzelne Wörter mit ihren Buchstabenkarten legen, sondern lesen selbstständig Texte und können uns etwas vortragen. Man merkt, wie stolz die Kinder sind, wenn sie ihre „Lies-mal“-Hefte bearbeiten und freuen sich über jeden Eintrag darin – insbesondere, wenn sie selber etwas vorlesen konnten.

Für die Kinder sind unsere wöchentlichen Besuche eine Bereicherung des normalen Unterrichts, da sie das Gelernte anders anwenden können und so fast spielerisch ihr neues Wissen nutzen, ohne es zu merken. Und nichts ist schöner, als anderen zeigen zu können, was man denn schon alles kann und wieviel man doch schon gelernt hat.

Da wir, aufgrund des Blockunterrichts, nicht jede Woche bei den Lesepatenkindern sein können, merkt man nach einigen Wochen des Fernbleibens die fast schon sprunghaften Entwicklungen, die die Kinder in unserer Abwesenheitszeit vollzogen haben.

Ich bin jetzt schon gespannt, was nächstes Jahr für tolle Kinder eingeschult werden. Ich wünsche meinen jetztigen Lesepatenkindern viel Spaß mit ihren neuen Lesepaten und dass sie weiterhin so viel Spaß in der Bücherwelt haben.

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Fortbildung Bilderbuchkino

Unsere Klasse, die MI402, hatte am 14.06.2016 an einer Fortbildung zum Thema „Bilderbuchkino“ teilgenommen.

Die Fortbildung wurde von und über die Bügerstiftung Berlin organisiert und durchgeführt. Die Veranstaltung leitete Herr Neumann, der schon für viele Schulen und Kindergärten Bilderbuchkinos vorgeführt hatte.

Am Fortbildungstag waren die Lesepatenkinder der Mercator-Grundschule bei uns im OSZ Louise-Schröder zu Besuch, um sich ein Bilderbuchkino anzuschauen. Herr Neumann hatte für die Veranstaltung das Kinderbuch „Rosi in der Geisterbahn“ ausgesucht. Die Illustrationen wurden via Beamer an die Wand projeziert und Herr Neumann erzählte die Geschichte dazu.

Der Erzähler hatte auf wunderbare Art und Weise die Kinder durch das Buch geleitet und zum Mitmachen angeregt. Er selbst nennt diese Methode „interaktives Bilderbuchkino“. Ziel ist es, die Zuschauer mittels Fragen und spannender Erzählung zu motivieren und die Fanatsie zu schulen. Die Kinder erschienen dadurch aufgeweckt und machten toll mit.

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Als das Bilderbuchkino endete und die Kinder schweren Herzens wieder in ihre Schule zurückkehrten, fing die eigentliche Fortbildung an: Herr Neumann erläuterte uns alle wichtigen Vorgehensweisen zur Durchführung eines Bilderbuchkinos und gab uns viele hilfreiche Tipps zum Umgang mit Kindern. Durch ein konstruktives, gemeinsames Gespräch konnten eine Vielzahl an Erfahrungen und Überlegungen von der Klasse zusammengetragen werden.

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Herr Neumann war für alle Fragen und Anregungen offen. Der Vortrag war sehr interessant und informativ gestaltet. Letztendlich konnten wir aus der Fortbildung viel Hilfreiches für unser weiteres Berufsleben mitnehmen und werden alle zusammengetragenen Tipps zukünftig in Kinderveranstaltungen anwenden können.

Wir bedanken uns bei Herrn Neumann, unserer Lehrerin Frau Zick, der Bügerstiftung und der Schule für das Durchführen der Fortbildung. Auch ein großes Dankeschön für die tolle Mitarbeit der Lesepatenkinder!

Ein kleiner Nachtrag:

Nach der Veranstaltung wurden die Lesepatenkinder einzeln zu dem Bilderbuchkino befragt. Alle Kinder waren hellauf begeistert, konnten sich noch sehr detailliert an den Inhalt des Buches erinnern und auch ihre Lieblingsstellen beschreiben. Das Bilderbuchkino kam so gut an, dass sich die meisten Kinder ein nochmaliges Erlebnis dieser Art wünschten.

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wie es endet.

Drei Jahre sind vergangen, doch für viele von uns fühlt es sich viel kürzer an. Drei Jahre Ausbildung für uns, drei Jahre Schule für unsere Lesepaten. Wir saßen quasi alle im selben Boot – drei Jahre lernen in stickigen Klassenzimmern mit staubigen Büchern.

Also haben wir uns, über diese drei Jahre, immer wieder zusammengesetzt, um die Bücher zu entstauben. Sie in die Hand zu nehmen und gemeinsam zu lesen. Vielleicht haben wir es sogar geschafft, in dem ein oder anderen Kind die Liebe zu solch erquickendem Hobbie zu wecken.

Anfangs stockend, manchmal unwillig tasteten sich unsere Schützlinge an dieses langsam altmodische Medium heran, welches zumindest für uns noch Dreh- und Angelpunkt der Arbeit (und meist auch der Freizeit) ist. Und woran man selbst sich erfreut, das will man auch teilen, oder nicht?

Ich denke, wir können mit Stolz behaupten, dass wir zumindest dem ein oder anderen Kind weitergeben konnten, was uns so fasziniert. Manchmal war es harte Arbeit, manchmal mussten wir gegen jugendliches Ungestüm anrennen, und manchmal war es schwer, sich als Lesehelfer statt als Vorleser zu fühlen. Alles in allem waren es drei Jahre voller neuer Erfahrungen, und einen guten Teil davon haben wir in der Arbeit mit den Kindern der Mercator-Schule gemacht – weder zu unserem noch zu ihrem Schaden, möchte man behaupten.

Wir werden sicher mit einem guten Gefühl auf diese Tage zurückblicken, und hoffen dass auch die Kinder uns in guter Erinnerung halten werden.

Wir wollen uns herzlich bedanken bei allen, die uns diese Erfahrungen und Erinnerungen ermöglicht haben – vor allem bei Fr. Zick, die uns begleitet und unterstützt hat. Wir hoffen, dass wir etwas Bedeutungsvolles hinterlassen, das vielleicht ein paar Kinder sich an uns und unsere Liebe zum geschriebenen Wort erinnern.

Abschließend wollen wir natürlich auch unsere Nachfolger motivieren, auf diesem Weg weiterzugehen. Nehmt euch die Zeit, ihr werdet es nicht bereuen!

 

 


 

Liebe Lesepatenkinder,

 

Unsere gemeinsame Lesereise dauert nun schon fast drei Jahre. Wir haben gemeinsam im Jahr 2013 gestartet und Ihr habt uns damals sehr schnell und herzlich als Eure neuen Lesepaten aufgenommen.

Seither haben wir zusammen gelesen, gespielt und Ihr habt euch gemeinsam beim Lesen verbessert. Inzwischen habt Ihr beim Lesen große Schritte gemacht und viel dazu gelernt. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, Euch dabei zu zuschauen und Euch bei Eurer Entwicklung zu begleiten.

Unsere gemeinsame Zeit endet nun leider, und deshalb möchten wir uns heute von Euch verabschieden. Wir hoffen, dass Ihr mit uns genauso viel Spaß hattet, wie wir mit Euch.

Wir wünschen Euch für Eure Zukunft ganz viel Glück und hoffen, dass Ihr die Freude am Lesen nicht verliert und weiterhin Spaß daran habt!

 

Eure Lesepaten der MI 132