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wie es endet.

Drei Jahre sind vergangen, doch für viele von uns fühlt es sich viel kürzer an. Drei Jahre Ausbildung für uns, drei Jahre Schule für unsere Lesepaten. Wir saßen quasi alle im selben Boot – drei Jahre lernen in stickigen Klassenzimmern mit staubigen Büchern.

Also haben wir uns, über diese drei Jahre, immer wieder zusammengesetzt, um die Bücher zu entstauben. Sie in die Hand zu nehmen und gemeinsam zu lesen. Vielleicht haben wir es sogar geschafft, in dem ein oder anderen Kind die Liebe zu solch erquickendem Hobbie zu wecken.

Anfangs stockend, manchmal unwillig tasteten sich unsere Schützlinge an dieses langsam altmodische Medium heran, welches zumindest für uns noch Dreh- und Angelpunkt der Arbeit (und meist auch der Freizeit) ist. Und woran man selbst sich erfreut, das will man auch teilen, oder nicht?

Ich denke, wir können mit Stolz behaupten, dass wir zumindest dem ein oder anderen Kind weitergeben konnten, was uns so fasziniert. Manchmal war es harte Arbeit, manchmal mussten wir gegen jugendliches Ungestüm anrennen, und manchmal war es schwer, sich als Lesehelfer statt als Vorleser zu fühlen. Alles in allem waren es drei Jahre voller neuer Erfahrungen, und einen guten Teil davon haben wir in der Arbeit mit den Kindern der Mercator-Schule gemacht – weder zu unserem noch zu ihrem Schaden, möchte man behaupten.

Wir werden sicher mit einem guten Gefühl auf diese Tage zurückblicken, und hoffen dass auch die Kinder uns in guter Erinnerung halten werden.

Wir wollen uns herzlich bedanken bei allen, die uns diese Erfahrungen und Erinnerungen ermöglicht haben – vor allem bei Fr. Zick, die uns begleitet und unterstützt hat. Wir hoffen, dass wir etwas Bedeutungsvolles hinterlassen, das vielleicht ein paar Kinder sich an uns und unsere Liebe zum geschriebenen Wort erinnern.

Abschließend wollen wir natürlich auch unsere Nachfolger motivieren, auf diesem Weg weiterzugehen. Nehmt euch die Zeit, ihr werdet es nicht bereuen!

 

 


 

Liebe Lesepatenkinder,

 

Unsere gemeinsame Lesereise dauert nun schon fast drei Jahre. Wir haben gemeinsam im Jahr 2013 gestartet und Ihr habt uns damals sehr schnell und herzlich als Eure neuen Lesepaten aufgenommen.

Seither haben wir zusammen gelesen, gespielt und Ihr habt euch gemeinsam beim Lesen verbessert. Inzwischen habt Ihr beim Lesen große Schritte gemacht und viel dazu gelernt. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, Euch dabei zu zuschauen und Euch bei Eurer Entwicklung zu begleiten.

Unsere gemeinsame Zeit endet nun leider, und deshalb möchten wir uns heute von Euch verabschieden. Wir hoffen, dass Ihr mit uns genauso viel Spaß hattet, wie wir mit Euch.

Wir wünschen Euch für Eure Zukunft ganz viel Glück und hoffen, dass Ihr die Freude am Lesen nicht verliert und weiterhin Spaß daran habt!

 

Eure Lesepaten der MI 132

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… wie es weiterging!

In Anbetracht der bevorstehenden Sommerferien und annähernd zwei Jahren Lesepatenprojekt, wird es langsam Zeit, dass auch unsere Klasse, die MI132, sich mal wieder auf diesem Blog zu Wort meldet.

Wir haben viele schöne Stunden mit unseren Schützlingen verbracht und das Lesen geübt. Sie haben im vergangenen Jahr große Fortschritte gemacht. Wir sind stolz verkünden zu dürfen, dass einige unserer Paten zu Leseratten mutiert sind und nun uns ihre liebsten Geschichten vorlesen.

Das Ganze ging natürlich auch nicht immer glatt über die Bühne, die ein oder andere Sprach- und Motivationsbarriere musste überbrückt werden und einige Unwillige mussten gar durch die Flure der Schule zu ihrem Glück gejagt werden. Glücklicherweise wartete fast jeden Morgen ein Waffelstand auf die erschöpften Vorleser.

Auch die Chemie zwischen Lesepate und –kind stimmte nicht immer, ein ums andere Mal mussten wir Kindchen wechsel dich spielen, und bis heute können wir nicht behaupten, die perfekte Zusammensetzung gefunden zu haben. Nichts desto trotz bildeten sich einige innige Freundschaften, was wieder einmal beweist: Bücher verbinden Menschen!

Leider müssen wir uns dieses Jahr von einigen Kindern aus der 3. Klasse verabschieden. Wir wünschen Euch alles Gute und hoffen, dass wir die Lust am Lesen bei Euch geweckt haben.

Als ehrwürdige Zweitsemestler kommen wir natürlich auch nicht um die Notwendigkeit herum, einige weise Tipps und Tricks an nachfolgende Generationen von fleißigen Bücherwürmern weiterzugeben.

Zuerst einmal das offensichtliche: übt euch in Geduld! Kleine Kinder sind oft anstrengend und können euch Nerven und Energie kosten, also bleibt ruhig. Alles hat einmal ein Ende.

Und wir wollen ja auch nicht die schönen Momente verschweigen. Gruppenvorlesen, kleine Spiele und Süßigkeiten sind für beide Seiten eine angenehme Abwechslung vom Schulalltag. Nehmt euch ruhig die Zeit kleine Events vorzubereiten und mit den Kindern durchzuführen!

Ihr solltet auch stets ein offenes Ohr für eure Schützlinge haben. Lesen wird so viel einfacher, wenn der Inhalt interessant ist. Also – hört auch auf die Wünsche eurer Kinder und lasst sie nach Möglichkeiten selbst entscheiden, was sie lesen wollen. Lob und Ermutigung tut der Lesemotivation gut, dennoch solltet ihr nicht vergessen, weswegen ihr eigentlich da seid: zur Verbesserung der Lesefähigkeiten. Scheut also nicht davor zurück auch auf Fehler aufmerksam zu machen und die Aussprache und das Verständnis zu fördern.

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Wir hoffen das nachfolgende MI-Klassen genauso viel Spaß an diesem Projekt haben werden wie wir!

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Was bisher geschah…

Ein kleiner Rückblick auf die heroischen Taten der Klasse MI132 in den vergangenen Blöcken.

 

Wir wurden in die Mercator Grundschule entsandt, auf einer großen Queste, Geschichten und Legenden zu bringen. Taktisches Geschick und Heldenmut würden nötig sein, um dieses Abenteuer zu bestehen und siegreich hervorzugehen aus allen Gefahren.

 

Nach ein paar hitzigen Diskussionen, wie das erste Zusammentreffen ablaufen soll, war der große Tag da: Der erste Besuch! Wie wir feststellen mussten, muss ein jeder Lesepate, bevor er „sein Kind“ überhaupt erst treffen darf, zuerst einmal den Berg der Weisheit erklimmen, in diesem Falle die hundert Treppen der Mercator Grundschule. Schnaufend kamen wir oben an, und wurden sogleich von zahlreichen, wuselnden Kindern überrannt, die sich ganz offensichtlich freuten uns zu sehen. Da wir ja alle große Freunde der Organisation und des guten Plans sind, hatten wir uns natürlich im Voraus überlegt, wie wir unsere Patenkinder am besten begeistern können (sie sollen sich ja an uns erinnern), und so hatten wir uns vorher mit reichlich Süßkram eingedeckt.

Die „Wer bin ich und wie heißt du?“-Spiele liefen auch dementsprechend gut, und die Kinder konnten uns sichtlich gut leiden.

Es kamen auch treffsicher bald die ersten persönlichen Fragen auf uns zu, und wir waren erstaunt, was man noch so alles von den Kleinen lernen kann. Unter anderem wissen wir jetzt, das das Alter eines Menschen in direktem Zusammenhang zu seiner Haarfarbe steht – „Was, du bist erst 16? Und hast schon solche [blau gefärbten] Haare?“, und das wir als Mädels erst dann richtig erwachsen sind, wenn wir einen Freund haben. Das gilt auch noch für die 30jährigen!

 

Trotz langer Gespräche mit den Kindern und Bestechungsversuchen durch die Lesepaten (einige weltberühmte Seifenblasen-Showeinlagen), muss auch dieser Besuch ein Ende haben. Nun stand immer noch die Frage im Raum „Wer mit wem?“. Hier stellte sich heraus, das Fatma das Projekt eigentlich auch alleine führen könnte, da die Kinder eh alle ganz angetan von ihr waren, aber nach ein paar Gesprächen und Tränen wurde auch dieses Problem gelöst und wir riefen zum geordneten Rückzug.

 

Nach knapp zweieinhalb Monaten Schulpause boten sich bei einem erneuten Treffen einige unvorhergesehene Schwierigkeiten. Eine Runde „Such dein Kind!“ reichte bei einigen nicht aus um die schwerwiegende Frage zu klären: wem soll ich vorlesen, und wenn ja wie vielen?

Nach einigem hin und her hatten sich die alten Paare gefunden und einige neue gebildet, und mit mehr oder weniger Elan knubbelte sich dann ein Großteil der Klasse in der Bibliothek, um die große Aufgabe der Leseförderung wahrzunehmen. Voller Freude und Elan stürzten sich die Kinder auf die Bücher um das passende Buch zu ihren Interessen zu finden. Die Auswahl reichte von einfachen Zoogeschichten bis Star Wars ( welches mit den GTA-Spielen verglichen wurde). Nach kurzer Zeit erschallte aus allen Ecken der Bibliothek ein buntes Stimmengewirr. Den Lesepaten wurde alles abverlangt um den Kleinen mit ihren Imitationen eine beeindruckende Show voller Emotionen und mannigfaltigen Spannungsbögen zu liefern. Um aber die Konzentration der Kleinen bei der Stange zu halten, und sie nicht vollkommen in die Welt der Illusionen abtauchen zu lassen (und natürlich, um den erschöpften Lesepaten auch ein wenig Erholung ihrer beanspruchten Stimmen zu gönnen), hieß es zwischenzeitlich immer mal wieder „Büchlein wechsel deinen Vorleser“. Dies wurde in den späteren „Realitätsentfliehungssitzungen“ nur bedingt beibehalten, schließlich sollen die Kinder keinen Spaß haben sondern fürs Leben lernen. Leider blieben die Kinder hierbei nicht ganz so bei der Sache wie erhofft, da (logischerweise) die Bilder in den Büchern interessanter sind als die langweiligen Texte.

 

Und so bestritten wir den ersten Abschnitt unseres Abenteuers, gespannt auf das, was noch kommen wird.

– Fortsetzung folgt –

(bestimmt)