Veröffentlicht in Eindrücke und Berichte, MI 502

Lesepatenprojekt 2015 – 2018

Für drei Jahre begleitete die MI 502 die Grundschulklassen der Mercator-Schule und unterstützte sie beim Lesen, Schreiben und Spielen. Doch in diesem Sommer geben wir die Verantwortung vertrauensvoll an unsere Nachfolger ab.

Die letzte gemeinsame Lesestunde lag den Lesepaten am Herzen. Daher planten wir ein gemeinsames Bilderbuchkino mit dem Titel „Lieselotte macht Urlaub“, symbolisch für unseren Abschied. Während die Grundschüler gespannt zuhörten, sah sicherlich der eine andere Lesepate die letzten drei Jahre vor seinem geistigen Auge.

Aber war das Lesepatenprojekt denn sinnvoll?
17 FaMIs werten ihre Erlebnisse aus:

Für viele war der Einstieg in das Projekt besonders in Erinnerung geblieben. Freude und Motivation waren die Begleiter der Paten in den ersten beiden Jahren. Man trug Verantwortung, wenn man in die Rolle einer lehrenden Person schlüpfte und viele wuchsen anhand dieser Aufgabe. Das wahrscheinlich Wertvollste daran war, die Fortschritte und Entwicklungen der Schüler zu beobachten. Schließlich hat man einen eigenen Teil dazu beigetragen, sei es auch nur in 45-minütigen Lesestunden. Der Gedanke, seinem Schützling etwas von sich mitgeben zu können, war sicherlich motivierend. Aber es hat sich nicht nur eine Beziehung zu den Kindern aufgebaut. Gemeinsam als Klasse konnten wir das Lesepatenprojekt gestalten und uns über Probleme und Erfahrungen mit den Kindern austauschen. Durch Weiterbildungskurse und Fortbildungen wurden auch wir als Schülerinnen und Schüler geschult und konnten so zusätzliche Kenntnisse mitnehmen, die uns zukünftig von Vorteil sein werden.
Die Lesepaten mit einem bereits „geschickten Händchen“ mit Kindern, konnten vorhandene Erfahrungen verbessern und erweitern. Vor allem förderten wir die Kommunikation untereinander, aber auch den richtigen Umgang mit Grundschülern und wie man die Motivation zum Lesen und Lernen wecken kann.

Ab dem dritten Lehrjahr verloren wir leider etwas den Bezug zum Lesepatenprojekt. Wir bekamen eine neue Klasse, viele Projekte und Lernsituationen nahmen uns die Zeit, um uns ausgiebig mit den Kindern zu beschäftigen. Strenge Anweisungen seitens der Lehrerin gaben uns das Gefühl eher eine „Hausaufgabenhilfe“ als eine Lesepatin bzw. ein Lesepate zu sein. Vielen stellte sich die Frage, ob es überhaupt noch sinnvoll ist (sowohl für uns als auch für die Kinder) im dritten Lehrjahr das Projekt weiterzuführen. Wo anfangs Freude und Spaß waren stellte sich eher ein Pflichtgefühl ein.

Generell stieß das Lesepatenprojekt bei uns auf positive Rückmeldungen und wir würden auch gern in Zukunft die kommenden Azubis davon berichten hören. Allerdings sind unsere Wünsche für die nachfolgenden Jahre wieder ein lockerer Umgang und mehr Freiheit. Häufig blieb kaum Zeit zu entspannen, das Kind kennenzulernen und einfach mal zu spielen. Für Lernerfolge ist eine Vertrauensbasis sicherlich hilfreich.

Die Frage, ob die Dokumentation weiterhin in Form eines Blogs fortgeführt werden solllte bleibt offen. Es bedarf dringend einer Einigung für ein gemeinsames Layout, das nicht alle zwei Monate verändert wird. Mehr Kommunikation unter den Dokumentationsgruppen ist daher unabdingbar.
Eventuell könnte man zusammen mit den MI- und/oder SeBe-Lehrerinnen und Lehrern in Form eines Projekts ein Design erstellen, das für die nächsten Jahre feststeht. Eine weitere Idee wäre die Erstellung eines Social Media-Accounts. Die Designauswahl würde wegfallen und es würde schneller gehen einen Beitrag zu verfassen. Außerdem besteht die Möglichkeit die Reichweite des Projekts zu erweitern.

Unser Fazit: Ja zum Lesepatenprojekt! Unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte ist es eine bereichernde Erfahrung für FaMIs und die Schülerinnen und Schüler der Mercator-Schule.

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Veröffentlicht in Eindrücke und Berichte, MI 502

Wie man sich durch Memory findet…

Zum Ende des Jahres lernten die Lesepaten der MI 502 ihre neuen Schützlinge kennen – Schüler aus einer 1. Klasse. Mit den noch unerfahrenen Kindern beginnen sie das neue Jahr mit Leseübungen und Sprachaufgaben.

Auf spielerische Weise wurden Pate und Kind ausgewählt. Jedes Kind aus der Klasse durfte eine Memory-Karte aus einem Stapel ziehen. Anschließend wählten die Berufsschülerinnen und Berufschüler selbst eine aus. Nachdem sie das Motiv der Karte betrachtet hatten, versuchten sie die Person mit dem passenden Gegenstück zu finden.

Anfangs wirkten die zahlreichen „Großen“ auf die Erstklässler etwas einschüchternd, aber das Eis wurde schnell mit einigen Kennlernfragen gebrochen. Mithilfe eines Aufgabenheftes starteten dann Pate und Kind gemeinsam mit den ersten Übungen zum Alphabet und Sprachübungen zu einzelnen Buchstaben.

Veröffentlicht in Eindrücke und Berichte, MI 502

Bilderbuchkino vom Sommer 2016 ☼

Wie auch die Klasse MI 402 nahmen wir ebenfalls an einer Fortbildung zum Thema Bilderbuchkino bei Herrn Neumann von der Bürgerstiftung Berlin teil. Hier sind unsere Eindrücke dazu:

Zuerst stellte Herr Neumann den Kindern Fragen zum letzten Bilderbuchkino, dass er bei ihnen vorgeführt hatte, nämlich „Rosi in der Geisterbahn“. Bemerkenswert war, dass die Kinder sich sowohl an viele Details, wie Autor und Titel, als auch an die Handlung der Geschichte sehr gut erinnern konnten.

Dann ging es auch schon mit dem Bilderbuchkino „Zwei Schwestern bekommen Besuch“ los. Die eingescannten Bilderbuchseiten enthielten bis auf das Cover keine Schrift, damit sich die Kinder ganz auf das Bild konzentrieren konnten.

Die Kinder wurden dazu aufgefordert, zu beschreiben, was sie auf den einzelnen Seiten sahen. Die generell lockere Atmosphäre hat durchaus auch gehemmtere Schüler und Schülerinnen zum Mitmachen animiert.

Als nächstes wurde versucht von der Beschreibung der Bilder zur Handlung der Geschichte zu kommen. Zwischendurch wurden die Kinder auch zur zukünftigen Handlung der Geschichte befragt, also „Was denkt ihr, was jetzt als nächstes passiert?“

Zum Schluss durften die Kinder noch ein Resümee zu der Geschichte ziehen, erzählen, was sie gut fanden, was sie blöd fanden, ob sie so etwas auch schon einmal selbst erlebt hatten.

Ziele des Bilderbuchkinos:

  • Kinder miteinbeziehen und selber reden lassen
  • vollständige Sätze und Grammatik fordern/fördern
  • Wortschatz, Allgemeinwissen erweitern und Sprachentwicklung fördern
  • Spaß haben!
  • Interesse an Büchern steigern
  • Reflektieren/Mitdenken/Kreativität fördern
  • Selbstbewusstsein stärken (Kinder dürfen sagen, was sie denken, es gibt kein Falsch)
  • Mut, vor einer großen Gruppe zu sprechen und verbindendes Gemeinschaftsgefühl erleben
  • Bildbetrachtung (lernen, auch auf Details zu achten – daher sehr wichtig, dass die Bildqualität sehr gut ist)

Einstellung Erzähler-Kinder (dies ist das Wichtigste überhaupt für das Gelingen des Bilderbuchkinos!):

  • aufgeschlossen sein, Kinder ernst nehmen, nicht über sie lachen
  • sich in die Kinder hineinversetzen können/wollen
  • Gleichberechtigung: Jeder kann von jedem lernen (auch Erwachsener kann vom Kind lernen) auf einer Ebene mit den Kindern sein
  • Kinder, die nicht sprechen wollen, ohne „peinliche Szenen“ zum Sprechen ermuntern und motivieren

Auswahl des Buches:

  • Geschichten, die sich nur über die Bilder erzählen/erschließen lassen
  • Verlauf der Geschichte muss aus den Bildern klar und deutlich hervor gehen
  • Kinder, die bessere/schlechtere Sprachkenntnisse haben bzw. besser/schlechter lesen können, können so gleichberechtigt teilhaben
  • Held, mit dem man sich identifizieren kann
  • Konflikt/Problem erzeugt Spannung
  • Lösung
  • keine Bücher mit didaktischem Hintergrund (z.B. zum Zähneputzen lernen)
  • mittlerweile gibt es eine von der Bürgerstiftung Berlin erstellte Liste mit ca. 70-80 geeigneten Büchern
  • „Traum“ wäre, wenn es ein einheitliches Sigel für Bücher gäbe, die für das Bilderbuchkino geeignet sind

Fazit:
Das Bilderbuchkino ist ein so tolles Projekt, dass es eigentlich von vielen anderen Stiftungen angeboten werden sollte, aber die Exklusivität bringt der Bürgerstiftung Berlin viele Spenden ein.

Vielen Dank an unsere Klassenkameradin Nathalie, die diesen Text geschrieben hat 😀

Veröffentlicht in MI 502, Tipps für Lesepaten

Die Bürgerstiftung Berlin bei den Lesepaten

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Am 15.04.2016 besuchte uns Frau Natascha Salehi-Shahnian und begleitete uns zum Lesepatenprojekt an der Mercator-Grundschule. Die Gestaltung und Umsetzung dieses Projektes faszinierten sie.

Anschließend berichtete sie über ihre Person und die Bürgestiftung in Berlin:

Die Bürgerstiftung Berlin ist eine gemeinnützige Stiftung und wurde 1999 von Berliner Bürgern gegründet. Ihre Hauptbetätigung ist es, sich mit unterschiedlichen Projekten für Kinder und Jugendliche einzusetzen. Eines der ersten Projekte war die Reintegration von schulverweigernden Kindern.

Der Fokus liegt vor allem auf Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien und Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Derzeitige Projekte sind die Hausaufgabenbetreuung, der Integrative Familiensport, Kleebergs Kräutergärten für Berliner Schulen, LeseLust, Spielen Lernen, Tomatenparade, Umwelt-Detektive, Zauberhafte Physik und das Zweisprachige Bilderbuchkino.

Motiviert durch den informativen Gesprächsaustausch mit Natascha Salehi-Shahnian, haben sich inzwischen viele aus unserer Klasse als Ehrenamtliche bei der Bürgerstiftung angemeldet.

Hier gehts zur Bürgerstiftung Berlin

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Märchenstunde

Am 14. April nahm die Klasse MI502 an einer Weiterbildung zum Thema „Märchen in der Leseförderung“ teil. Diese Weiterbildung wurde von der „Bürgerstiftung Berlin“ finanziert.

Die Lesepaten lernten viele spannende, neue Dinge über die Welt der Märchen und über das Vorlesen. Dabei erinnerten sich viele an ihre Kindheit und die damit verbunden Gefühle, diese waren sehr unterschiedlich, von Romantik bis hin zur verstörenden Brutalität.

„Warum können Märchen Kinder stark machen?“ war eine der wichtigsten Fragen des Seminares. Das Wissen, dass die Guten am Ende der Geschichte über das Böse triumphieren, stärkt das Urvertrauen der Kinder enorm. Märchen lehren, dass es sich immer lohnt nach Lösungen oder Hilfe zu suchen. Die Kinder identifizieren sich mit den mutigen, klugen und starken Helden der Märchen und wollen meist genauso sein, trotzdem macht es nichts wenn sie sich als den Schwachen, Unscheinbaren oder Dummen sehen, denn diese Art von Held kann es doch zu etwas Großem bringen.

Die Klasse lernte natürlich nicht nur, sie hatte auch Spaß beim Lesen, Vorlesen und Rätseln.

Das Seminar war eine gute Vorbereitung für den nächsten Lesepatentag.

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Es war der 15. Januar 2016

Die Lesepaten trafen nach langen zwei Monaten der Abwesenheit endlich ihre „Kinder“ wieder. Trotz der Pause haben sich die Erst- bis Drittklässler sofort freudig auf ihre Lesepaten gestürzt. Diese halbe Stunde, in der gelesen, gelacht und gespielt wurde, war eine gefundene Ablenkung zum Schulalltag, für die Kinder aber auch für die Lesepaten.

„Bewaffnet“ mit Büchern und Spielen, breiteten sie sich in den Räumen und Fluren der Schule und der lauschigen Bibliothek aus. Auch wenn die Lesepaten ihre Schützlinge eine Zeit lang nicht gesehen haben, bemerkten sie doch enorme Fortschritte.

Veröffentlicht in MI 502

Wenn aus Schülern „Eltern“ werden ;D

Anfang November begann für die Klasse MI502 das Lesepatenprojekt in der Mercator-Grundschule. 22 Lesepaten und 3 Dokumentare machten sich auf den Weg in die naheliegende Schule, um „ihre zukünftigen Kinder“ kennenzulernen.
Manche der Lesepaten hatten unbegründete Sorgen und Ängste, was die Zusammenarbeit mit ihrem Kind betraf. Andere wiederum waren begeistert und nahezu euphorisch.

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Zu Beginn stellten sich die Lesepaten sowie die Grundschüler der 1. bis 3. Klasse in einem Stuhlkreis vor, um einen ersten Eindruck voneinander zu gewinnen. Einige der Kinder waren sehr schüchtern und zurückhaltend, aber dennoch neugierig ihre „großen Freunde“ kennenzulernen.

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Das Chaos war vorprogrammiert, als die Kinder sich ihren Lesepaten selbst aussuchen durften. Die Kinder zeigten die unterschiedlichsten Reaktionen, einige rannten aufgeregt und zielstrebig auf einen der Lesepaten zu, andere hingegen blieben auf ihren Stühlen sitzen und wirkten unentschlossen.

Danach ging alles ganz leicht. Die Lesepaten verteilten sich mit ihren Kindern in dem Gebäude, so dass jeder in Ruhe lesen und sich auf die Texte konzentrieren konnte. Die Unterschiede zwischen den Klassenstufen waren bemerkbar, eine Anzahl der Kinder wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen, während die Motivation der anderen Kinder eher auf die Spiele gerichtet war.

Fortsetzung mit weiteren Bildern folgen im Januar 2016 😛