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Lesepate sein – „Ein Job für Wittilda“?

Am Freitag, den 06.10.2017 fanden sich 17 Schülerinnen und Schüler der Mercator-Grundschule in Begleitung ihrer beiden Lehrkräfte im OSZ Louise Schroeder zum Bilderbuchkino ein. Ebenfalls zu Gast, und gleichzeitig federführend als Präsentator, war Herr Neumann von der Berliner Bürgerstiftung. Herr Neumann führte die Kinder durch das Bilderbuch „Ein Job für Wittilda“. Zu den detailreichen Bildern gab es viel zu fragen, viel zu entdecken und, vor allem von Seiten der Kinder, viel zu erzählen. Wie praktisch, da zu den Prinzipien des Bilderbuchkinos die Aktivierung und Motivation der Kinder sowie die Erweiterung ihres Wortschatzes gehören. Somit konnten die neuen ABC-Schützen, die erst seit kurzer Zeit die erste Klasse besuchen, beweisen, wie sehr sie einer Geschichte aufmerksam folgen können und mit wieviel Fantasie sie die Handlung noch weiter ausschmücken und weitererzählen konnten. Obwohl das Bilderbuchkino keine blinkenden Animationen oder lustige Geräusche hatte, waren die Kinder voll bei der Sache und hatten viel Spaß.

Anschließend erklärte uns Herr Neumann sein Konzept in Bezug auf das Bilderbuchkino, und es stellte sich schnell heraus, wie intensiv man sich mit der Moderation und dem Inhalt des Bilderbuches vertraut machen muss. Der Moderator selber muss dabei in den Hintergrund treten und die Kinder selber die Geschichte erzählen oder deuten lassen. Dafür eignet sich nicht jedes Bilderbuch: Es muss eines sein, in dem die Bilder ganz für sich sprechen und die Geschichte ohne Text oder andere Hilfsmittel transportiert wird. Ziel soll nämlich nicht sein, dass die Kinder das Bilderbuch einfach nur „aushalten“ und erzählt bekommen, sondern die Inhalte selber steuern, erzählen und daran wachsen: Durch Sprechanlässe und eigene Formulierungen sollen sie darin bestärkt werden, ihre Ideen und Ansichten kund zu tun, dabei ihr Selbstvertrauen weiterzuentwickeln und ihren Wortschatz weiter auszubauen. Wichtig für die Moderatoren ist auch, vor Durchführung eines Bilderbuchkinos die Rechte mit den Verlagen abzuklären: Denn die schönsten und bestgeeignetsten Bilderbücher sind manchmal nicht in digitaler Fassung erhältlich…

Wir danken Herrn Neumann für die einmalige Gelegenheit, sowohl an einem Bilderbuchkino als auch an einer von ihm durchgeführten Fortbildung zum gleichen Thema teilnehmen gekonnt zu haben!

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Welchen Bezug haben die Kinder eigentlich zum Lesen?

Unsere Lesepaten haben den Kindern einige Fragen gestellt um genau das herauszufinden. So haben sie geantwortet.

Unsere erste Frage war: „Was ist deine Lieblingsgeschichte und was gefällt dir besonders gut daran?“

Ein Kind hat gesagt, dass es „Romeo & Julia“ mag, weil es so viele Reime hat. Ein anderes mochte die Geschichte „die Eiskönigin“, besonders die Rettung Elsas durch Anna und Christoph. Ein Kind mochte die Geschichte des Spiels „GTA 5“, wegen der Gewalt und den Schimpfworten. Pippi Langstrumpf ist die Lieblingsgeschichte eines anderen Kindes, weil sie so stark ist und einen tollen Affen hat. Klassische Märchen wie „Schneewittchen“ und „Aschenputtel“ erfreuen sich immernoch großer Beliebtheit. Aber auch die Reihe „das magische Baumhaus“ wurde genannt.

Und jetzt mal was Trockenes …

Danach wollten wir wissen, wie viele von den Kinder schon einmal in einer Bibliothek waren und was sie dort gemacht haben.

11 der 15 der befragten Kinder waren schon einmal in einer Bibliothek. Einige wärend eines Klassenausfluges, andere mit der Familie. Dort haben sie sich Bücher, CDs, Mangas und Hörbücher angesehen und ausgeliehen.

Zudem wollten wir wissen, ob die Kinder auch zu Hause alleine lesen.

12 der 15 Kinder haben gesagt, das sie das tun. Einige lesen auch zusammen mit Eltern oder Geschwistern.

Als letztes wollten wir wissen, ob ihnen zu Hause auch vorgelesen wird.

Antworten: Nur 7 der Kinder wird von den Eltern vorgelesen, 3 weiteren von den Geschwistern. 5 Kindern wird gar nicht vorgelesen, obwohl zumindest eines von ihnen das sehr gern hätte.

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Interview mit der Projektbetreuerin Frau Zick

Seit wann sind Sie in diesem Projekt?

Seit ungefähr zehn Jahren.

Wie ist das „Lesepatenprojekt“ zustande gekommen?

Das geschah auf Anregung unserer Fachbereichleiterin Frau Kleinschmitt, die es schon einige Jahre vorher in ihren Klassen durchgeführt hat.

Wie hat es sich über die Jahre entwickelt?

Es gibt inzwischen eine Kontinuität in meinen Klassen. Zu Anfang waren die Klassen noch nicht in einer festen Grundschule, sondern es gab Wechsel. Auch die Klassenleitung hat zwischendurch gewechselt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Was war Ihr positivstes Erlebnis und was war Ihr negativstes Erlebnis während des Projekts?

Es ist schwierig, mich nur auf ein Ergebnis zu beschränken! Es ist immer wieder schön, zu sehen, was für tolle „Lese-Beziehungen“ sich zwischen den Kindern und den FaMIs entwickeln. Außerdem freuen mich das Engagement und die Eigeninitiative, welche die FaMIs bei der Organisation von Veranstaltungen für die Kinder an den Tag legen. Ein weiterer positiver Faktor sind für mich auch die sehr guten Fortbildungen, die für Lesepaten angeboten werden, wie z.B. zum Bilderbuchkino.

Der einzig negative Aspekt, der mir einfällt ist, dass leider manchmal Kinder aggressiv oder sogar gewalttätig sind – das ist allerdings nicht die Regel.

Was erhoffen Sie sich in der Zukunft von diesem Projekt?

Dass es so positiv weiterläuft!

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Lesepaten: the Next Generation

Eine kurze Vorstellung wäre vielleicht angebracht. Wir sind die Klasse MI 602 und befinden uns in unserem 1. Ausbildungsjahr. Wir sind am 11.11.2016 mit großer Neugierde in das Lesepatenprojekt eingestiegen. Ein Teil der Klasse hat sich sehr schnell mit der Idee angefreundet mit Kindern das Lesen zu üben, während ein anderer Teil sich eher zur Dokumentation hingezogen fühlte.

Das Projekt startete etwas holprig, da der Großteil der Lesepaten wegen Störungen im Betriebsablauf der S-Bahn (verdächtige Piñata in der S 25) zu spät und in Kleinstgrüppchen den Weg in die Schule fand. Eine Woche später ging das Programm dann planmäßig mit einer kompletten Vorstellungsrunde los.

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Zuerst stellten sich die Kinder nacheinander mit Namen, Alter, Klasse und Hobbys vor und suchten sich dann ihre Lesepaten aus. Manche stürmten zielstrebig auf ihre Wunschpaten zu, während sich andere noch etwas zurückhielten. Letztendlich haben sich dann aber doch alle gefunden und es sich, je nach Temperament, im Klassenraum oder der Schulbibliothek gemütlich gemacht.

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Wir sind jetzt in unserem 2. Schulblock und der 3. Woche unseres Lesepatenprojekts und sind gespannt darauf, was uns sonst noch erwartet.